Kontakt

FrauenMediaTurm
Das Archiv und
Dokumentationszentrum
Bayenturm / Rheinauhafen
50678 Köln

Fon 0221/931881-0
Fax 0221/931881-18
info@frauenmediaturm.de

Öffnungszeiten

Montag bis Freitag
von 10 bis 17 Uhr
Die Nutzung der Bibliothek ist nur nach Voranmeldung möglich. Sie können sich einfach telefonisch oder per E-mail anmelden.

weitere Informationen

FMT Literaturdatenbank

Direkt zum Bibliothekskatalog
zur Recherche

FMT Bilddatenbank

Direkteinstieg ins Bildarchiv
zur Recherche

EMMAdigital

Über 40 Jahre EMMA Volltext im elektronischen Lesesaal

FMT-DigiBib

Metasuche in Bibliothekskatalogen und Fachdatenbanken weltweit
zu FMT-DigiBib

FMT-DigiLink

Feministische Linkliste
zu FMT-DigiLink

META

Zentrale Suche in den Beständen der Einrichtungen des i.d.a.-Dachverbandes. zum META-Katalog

Chronologie Lida Gustava Heymann

15.3.1868
Lida Gustava Heymann wird in Hamburg als Tochter der sächsischen Adligen Adele von Hennig und des Großkaufmanns Gustav Christian Heymann geboren. Sie ist die mittlere von fünf Töchtern, die vier Brüder sterben alle früh. Das Mädchen bekommt zunächst Hausunterricht und besucht anschließend eine Töchterschule.
1884-1885
Aufenthalt in einem internationalen Mädchenpensionat in Dresden.
1896
Heymanns Vater stirbt. Er setzt Lida als Verwalterin des Millionenvermögens ein. Sie erstreitet sich ihr Recht auf Verwaltung des Erbes vor Gericht.
Heymann setzt das Vermögen für karitative Zwecke ein. Zu ihren ersten Projekten gehört ein Mittagstisch für berufstätige Frauen mit angeschlossenem koedukativem Kinderhort.
Auf dem Internationalen Frauenkongress in Berlin lernt Heymann die Fotografin und Journalistin Anita Augspurg kennen, die ihre Lebens- und Arbeitsgefährtin wird. Das Paar wird zum Kern des radikalen Flügels der Historischen Frauenbewegung.
1897
Heymann kauft ein Haus im Stadtzentrum Hamburgs und gründet darin das erste Frauenzentrum Deutschlands. Weitere Projekte entstehen: eine Zufluchtsstätte für Prostituierte, eine Bibliothek, eine Volksbadeanstalt, eine Handelsschule für Mädchen und ein koedukatives Reformgymnasium.
Schließlich übergibt Heymann ihre karitativen Projekte ihren Mitarbeiterinnen und beginnt, sich auf der politischen Ebene zu engagieren.
1898
Heymann gründet den Hamburger Zweigverein der ‚Internationalen Abolitionistischen Föderation’ (IAF), die die Abschaffung der Prostitution zum Ziel hat.
1899
Heymann wird Mitbegründerin des ‚Verbandes Fortschrittlicher Frauenvereine’.
1.1.1902
Heymann und Augspurg gründen in Hamburg den ‚Deutschen Verein für Frauenstimmrecht’. Er schließt sich zwei Jahre später dem ‚Weltbund für Frauenstimmrecht’ an.
1903
Heymann verlässt Hamburg und wird Gasthörerin an den Universitäten Berlin und München.
1908
Als sich die Parteien für Frauen öffnen, tritt Heymann der liberalen ‚Deutschen Freisinnigen Partei’ an, die sie bald darauf wieder verlässt, weil parteiinterne Machtinteressen über der Sachpolitik stehen.
Heymann zieht mit Anita Augspurg auf einen Bauernhof im Isartal.
1914
Nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs veröffentlicht Heymann in der Zeitschrift ,Die Frauenbewegung', herausgegeben von Minna Cauer, die erste deutsche Anklage gegen den Krieg.
1915
Heymann ist Mitorganisatorin der Internationalen Frauenfriedenskonferenz in Den Haag. Der ‚Bund Deutscher Frauenvereine’ schließt Heymann wegen ihrer Kriegsgegnerschaft aus.
1917
Heymann wird vom Bayerischen Kriegsministerium des Landes verwiesen. Sie bleibt illegal und gründet den ‚Deutschen Frauenausschuss für Dauernden Frieden’, die Vorläuferorganisation der ‚Internationalen Frauenliga für Frieden und Freiheit’ (IFFF).
1918
Heymann engagiert sich für die Münchner Räterepublik und tritt dem ‚Bund Sozialistischer Frauen’ bei. Als Parteiunabhängige kandidiert sie auf Platz zwei der Liste der USPD für den ‚Provisorischen Nationalrat’ und wird gewählt. Nach dem Scheitern der Räterepublik zieht sich Heymann aus der Parteipolitik zurück.
Sie wird Vizepräsidentin der ‚Internationalen Frauenliga für Frieden und Freiheit’.
1919
Gemeinsam mit Anita Auspurg gibt Heymann die Zeitschrift ,Die Frau im Staat' heraus, die bis März 1933 erscheint.
1923
Nach der Störung einer Versammlung der ‚Internationalen Frauenliga für Frieden und Freiheit’ durch Nazitruppen fordern Heymann und Augspurg in einem Gespräch mit dem bayerischen Innenminister Schweyer die Ausweisung des Österreichers Hitler aus Bayern. Schweyer lehnt ab.
1928
Im Alter von 60 Jahren erwirbt Heymann den Führerschein und begibt sich gemeinsam mit Augspurg auf ausgedehnte Reisen.
Januar 1933
Am Tag der Machtergreifung befinden sich Heymann und Augspurg auf einer Urlaubsreise auf Mallorca. Sie kehren nicht nach Deutschland zurück. Nach einer Konferenz der ‚Internationalen Frauenliga für Frieden und Freiheit’ in Genf bleiben sie im Schweizer Exil. Sie leben zunächst in Genf, dann in Zürich.
18.9.1934
Das Land Bayern beschlagnahmt „aufgrund des Gesetzes über die Einziehung volks- und staatsfeindlichen Vermögens" Heymanns gesamtes Vermögen. Die Nationalsozialisten zerstören das Archiv von Heymann und Augspurg.
1934
Vor der ‚Internationalen Frauenliga für Frieden und Freiheit’ analysiert Heymann die von Hitlerdeutschland ausgehende Kriegsgefahr.
1941
Zusammen mit Augspurg verfasst Heymann ihre Biografie: ‚Erlebtes – Erschautes : deutsche Frauen kämpfen für Freiheit, Recht und Frieden; 1850-1940’.
31.7.1943
Lida Gustava Heymann stirbt in Zürich.