Kontakt

FrauenMediaTurm
Das Archiv und
Dokumentationszentrum
Bayenturm / Rheinauhafen
50678 Köln

Fon 0221/931881-0
Fax 0221/931881-18
info@frauenmediaturm.de

Öffnungszeiten

Montag bis Freitag
von 10 bis 17 Uhr
Die Nutzung der Bibliothek ist nur nach Voranmeldung möglich. Sie können sich einfach telefonisch oder per E-mail anmelden.

weitere Informationen

FMT Literaturdatenbank

Direkt zum Bibliothekskatalog
zur Recherche

FMT Bilddatenbank

Direkteinstieg ins Bildarchiv
zur Recherche

EMMAdigital

Über 40 Jahre EMMA Volltext im elektronischen Lesesaal

FMT-DigiBib

Metasuche in Bibliothekskatalogen und Fachdatenbanken weltweit
zu FMT-DigiBib

FMT-DigiLink

Feministische Linkliste
zu FMT-DigiLink

META

Zentrale Suche in den Beständen der Einrichtungen des i.d.a.-Dachverbandes. zum META-Katalog

Gruss & Glückwunsch: an Hedwig Dohm zum 75. Geburtstage

Minna Cauer, 1925

Wer das Glück und die Freude hat, HEDWIG DOHM persönlich zu kennen, dem tritt sofort die strahlende Jugendlichkeit und Lebendigkeit dieser eigenartigen Persönlichkeit entgegen: Sprudelnd in der Unterhaltung, scharf im Denken, fein im Fühlen, - alles das fesselt; eins aber begeistert - das überzeugungstreue, niemals wankende Eintreten für Recht und Gerechtigkeit. Hedwig Dohm hat nie ein Wanken und Schwanken gekannt, hat nie aufgehört mit der Zeit und in der Zeit zu leben, trotzdem sie ihrer Natur nach die Zurückgezogenheit liebt. Sie hat nie das Podium bestiegen, um durch Reden ihre Grundsätze zu vertreten, aber sie hat durch ihre Schriften grossartig gewirkt. Das, was Hedwig Dohm in ihrem Buch DER FRAUEN NATUR UND RECHT (1874) in flammender Weise vertritt, bahnt sich jetzt an, Wirklichkeit werden zu wollen. Beim Erscheinen des Werkes wurde diese Frau mit Schimpf und Spott beworfen und selbst Frauenrechtlerinnen der damaligen Zeit lehnten das Buch in seinen Tendenzen ab. Hedwig Dohm weiss ihre Gegner zu treffen - scharfer Sarkasmus, feinste Ironie stehen ihr in ihrer Polemik zu Gebote. Kaum glaubt man es, wenn man diese zarte Erscheinung sieht, dass der darin lebende Geist solcher wuchtigen Waffen fähig ist, sieht man aber in das geistreiche Gesicht und in die glänzenden Augen, lauscht man ihren Bemerkungen über das, was an sie herantritt, so weiss man sofort, dass der Geist hier über die zarte Konstitution die Herrschaft gewonnen hat.

Hedwig Dohm hat eine Reihe von Romanen geschrieben, sie tragen alle mehr oder weniger das Gepräge des Kampfes, ihre Artikel in den verschiedensten Zeitschriften sind oft geradezu von verblüffender Beweisführung und Schlagfertigkeit. Der Schlag ist oft so plötzlich und trifft den Gegner derartig, dass er sich entweder besiegt erklären muss oder in ewiger Feindschaft verharren wird. Auch uns ist Hedwig Dohm eine treue Mitarbeiterin und Gehilfin in unserm Kampfe gewesen. Wie hat sie z.B. Dr. Max Runge und Dr. Placzek angegriffen und in ihren Schriften widerlegt!* Wie hat sie vor allem Dr. Möbius in seiner Schrift: ÜBER DEN PHYSIOLOGISCHEN SCHWACHSINN DES WEIBES** heimgeleuchtet. Die Lacher standen nicht auf seiten der Anhänger von Möbius. Wir freuen uns, Hedwig Dohm so geistig frisch und kampfesmutig wie immer zu sehen, sie gehört zu jenen Naturen, die nicht altern; wir danken Hedwig Dohm manches frische, kräftige und mutige Wort für unser Vorgehen in dieser Zeitschrift. So ruft die Redaktion der radikal denkenden und radikal wirkenden Frau die herzlichsten Glückwünsche zu ihrem 75. Geburtstage zu. Möchte sie uns noch lange erhalten bleiben!

Die Redaktion DIE FRAUENBEWEGUNG, Bln. 1. Okt. 1908

zurück zur Auswahlbibliografie