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Chronologie Bertha Pappenheim

27.2.1859
Bertha Pappenheim wird in Wien als Tochter des jüdischen Getreidehändlers Sigmund Pappenheim und Recha Goldschmidt geboren. Sie ist das dritte von vier Kindern.
1875
Mit 16 Jahren ist Berthas Schulausbildung auf einer privaten katholischen Mädchenschule beendet.
1880
Sigmund Pappenheim erkrankt schwer. Bertha übernimmt seine Pflege. Sie entwickelt selbst verschiedene Krankheitssymptome, die als „Hysterie“ diagnostiziert werden: Bewusstseinstrübungen und -spaltungen, Lähmungen, Halluzinationen. Sie kommt in Behandlung beim Hausarzt der Familie, Dr. Josef Breuer.
April 1881
Sigmund Pappenheim stirbt. Tochter Bertha erleidet einen schweren Rückfall. Durch eine mehrere Monate währende „Redekur“ mit Breuer, die dieser später in Zusammenarbeit mit Sigmund Freud als Ursprung der Psychoanalyse bezeichnen wird, überwindet sie die „Hysterie“. Die Therapie Pappenheims wird später als ‚Fall Anna O.’ in die Geschichte der Psychoanalyse eingehen.
Bis 1888
Pappenheim muss sich immer wieder für mehrere Monate in Sanatorien begeben. Schließlich lebt sie bei ihrer Cousine Anna Ettlinger in Karlsruhe. Die Autorin fördert das schriftstellerische Talent Pappenheims.
1888
Unter dem Pseudonym Paul Berthold veröffentlicht Bertha Pappenheim ihr erstes Buch ‚Kleine Geschichten für Kinder’.
Nov. 1888
Bertha Pappenheim zieht mit ihrer Mutter nach Frankfurt a.M. Sie engagiert sich in verschiedenen Wohlfahrtsvereinen, u.a. dem ‚Hilfscomité für die notleidenden osteuropäischen Juden’ und der ‚Israelitischen Suppenanstalt’.
1890   
Pappenheims Novellenband ‚In der Trödelbude’ erscheint.
1895
Pappenheim beginnt ihre Arbeit in einem jüdischen Mädchenwaisenhaus, dessen Leitung sie ab 1897 übernimmt.
1899
Die von Pappenheim aus dem Englischen übersetzte ‚Verteidigung für die Rechte der Frauen’ der britischen Frauenrechtlerin Mary Wollstonecraft aus dem Jahr 1792 erscheint. Gleichzeitig veröffentlicht Pappenheim ihr erstes Theaterstück ‚Frauenrecht’.
1900
Pappenheims erstes Buch, das sich speziell mit der Lage osteuropäischer Jüdinnen befasst, erscheint: ‚Zur Judenfrage in Galizien’.
1901
Gemeinsam mit Henriette Fürth gründet Pappenheim den Verein ‚Weibliche Fürsorge’. Der Verein unterstützt aus Osteuropa geflüchtete jüdische Frauen und Mädchen.
1903
Pappenheim reist nach Osteuropa, um sich dort über den Mädchenhandel und Möglichkeiten seiner Bekämpfung zu informieren. Weitere Reisen folgen.
1904
Pappenheim gründet den ‚Jüdischen Frauenbund’ (JFB), den sie als Vorsitzende 20 Jahre lang leitet und gibt die ,Blätter des JFB' heraus.
Mit ihrer neuen Veröffentlichung über den Mädchenhandel ‚Zur Lage der jüdischen Bevölkerung in Galizien’ wird Pappenheim zur internationalen Expertin für die Bekämpfung des Mädchenhandels.
1906
Pappenheim reist nach Russland in die Gebiete der Oktoberpogrome. Sie gibt die Leitung des Mädchenwaisenhauses auf, um ihre soziale Arbeit im Ausland leisten zu können.
1907
Pappenheim gründet in Neu-Isenburg ein Mädchenheim des ‚Jüdischen Frauenbundes’.
1910
Die Übersetzung der ‚Erinnerungen der Glückl von Hameln’ aus dem Jiddischen erscheinen.
Pappenheim besucht mehrere Kongresse zur Bekämpfung des Mädchenhandels in London, Leipzig und Madrid.
1914
Der ‚Weltbund jüdischer Frauen’ wird in Rom mit Pappenheim als Vorsitzender gegründet und wegen des Kriegsbeginns wenige Wochen später wieder aufgelöst. Pappenheim wird in den Vorstand des ,Bundes Deutscher Frauenvereine' gewählt.
1917
Aus Pappenheims Initiative zur Bündelung der jüdischen Wohlfahrt geht die ‚Zentralwohlfahrtstelle der Juden in Deutschland’ hervor.
1918
Pappenheim wird Mitglied im Ausschuss über die neue jüdische Gemeindeverfassung, die die Frau dem Mann gleichstellt.
1924
Der erste Teil des Buches ‚Sisyphus-Arbeit’ erscheint. Die Dokumentation über den Mädchenhandel in Osteuropa und dem Orient gilt als Pappenheims bekanntestes Werk.
1929
Pappenheim bringt eine Übersetzung des ‚Zenne-Renne-Buchs’, dem ‚Frauen-Talmud’, aus dem Jiddischen heraus.
1930
Teil zwei der ‚Sisyphus-Arbeit’ erscheint.
1934
Pappenheim reist nach England und Schottland, um eine Gruppe Isenburger Heimkinder in dortige Heime und damit in Sicherheit vor den Nazis zu bringen.
1935   
Pappenheim erkrankt schwer.
1936
Bertha Pappenheim wird trotz schwerer Krankheit von der Gestapo vorgeladen. Nach dem Verhör verschlimmert sich ihre Krankheit.
28.5.1936
Bertha Pappenheim stirbt in Neu-Isenburg.