Kontakt

FrauenMediaTurm
Das Archiv und
Dokumentationszentrum
Bayenturm / Rheinauhafen
50678 Köln

Fon 0221/931881-0
Fax 0221/931881-18
info@frauenmediaturm.de

Öffnungszeiten

Montag bis Freitag
von 10 bis 17 Uhr
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Der FrauenMediaTurm im Bayenturm

1994 zog das 1983 gegründete "Feministische Archiv und Dokumentationszentrum" in den Kölner Bayenturm und heißt seither FrauenMediaTurm.

Der im 12. Jahrhundert vollendete Wehrturm war im 2. Weltkrieg bis zum 2. Stock niedergebombt und Anfang der 1990er Jahre wiederaufgebaut worden. Seither residiert die gemeinnützige Stiftung in dem prächtigen Turm. Die Bibliothek im 4. Stock ist öffentlich. Neun Jahre später, im Jahr 2003, mietete EMMA eine Etage im Turm an, in der seither die EMMA-Redaktion angesiedelt ist. Bedauerlicherweise hören seit 16 Jahren gewisse Leute nicht auf, Unwahrheiten über die Nutzung und Finanzierung des Turms zu verbreiten. Jetzt fand der Notar, der den Pachtvertrag des Turms damals für die Stiftung FrauenMediaTurm beglaubigt hat, es sei an der Zeit für eine Klarstellung auch seinerseits. Nachfolgend der Brief, den Axel Rodert der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung geschickt hat.


Sehr geehrte Damen und Herren,

die Bemerkung in dem Artikel über Alice Schwarzer „die Festung wurde mit Steuergeldern renoviert“ ist in höchstem Maße unfair. Der Leser erhält den Eindruck, der Bayenturm, der südlichste Wehrturm der mittelalterlichen Stadtmauer Kölns, wäre für Frau Schwarzer renoviert worden. Dem ist nicht so.

Mitte der 80er Jahre hatte die Stadt Köln mit dem Wiederaufbau des im Krieg zerstörten Wehrturms begonnen. Wie so oft bei öffentlichen Bauten wurde der Kostenrahmen für den Wiederaufbau nicht eingehalten. Die veranschlagten Gelder reichten nicht mehr für den Innenausbau.

Die Stadt suchte einen Pächter für den Bayenturm, der bereit war, den Innenausbau auf eigene Kosten zu vollenden. Gedacht war an eine Karnevalsgesellschaft, da bereits die Hahnentorburg und zwei weitere Wehrtürme der mittelalterlichen Stadtmauer an Karnevalsgesellschaften verpachtet waren. Es fand sich aber keine Karnevalsgesellschaft, die bereit war, die hohen Kosten für den Innenausbau aufzubringen. Die einzige Interessentin war Frau Schwarzer in ihrer Funktion als ehrenamtliche Vorstandsvorsitzende der gemeinnützigen Stiftung Frauenmediaturm.

Wegen der großen Widerstände innerhalb des Rates der Stadt Köln bot die Stadt Frau Schwarzer nur ein Erbbaurecht mit einer Laufzeit von 30 Jahren an. Ein Kurzläufer dieser Art ist üblich für industrielle Einrichtungen wie Hochregallager, aber unüblich für Gebäude, da eine Fremdfinanzierung für einen derartigen Kurzläufer kaum zu erlangen ist. Eine Finanzierung ist in diesen Fällen nur mit Eigenkapital möglich.

Als weitere Erschwernis wurde von Frau Schwarzer verlangt, dass die Stiftung einen Betrag von DM 300.000,-- für die Renovierung des Turms im Jahre 2021, also nach Ablauf des Erbbaurechtes, zu hinterlegen hatte. Eine Erschwernis, die die Stadt bis dahin nach Kenntnis des Unterzeichners keinem Erwerber eines Erbbaurechtes für historische Bauwerke abverlangt hatte.

Trotz dieser widrigen Umstände nahm Frau Schwarzer das Angebot der Stadt für die von ihr gegründete Stiftung an. Mit der Beurkundung wurde der Unterzeichner beauftragt. Frau Schwarzer machte mit Hilfe der Architektin Professorin Dörte Gatermann ein viel prämiertes Schmuckstück aus dem Bayenturm. Öffentliche Mittel wurden für den Innenausbau nicht verwendet.

Mit freundlichen Grüßen
Axel Rodert, Notar a. D.
Köln, 24.11.2010

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