Chronologie Johanna Elberskirchen
| 11.4.1864 | Johanna Elberskirchen wird in Bonn als Tochter von Julia und Martin Elberskirchen geboren. Sie ist das zweite von fünf Geschwistern. |
| 1884 | Elberskirchen beginnt ihre siebenjährige Tätigkeit als Buchhalterin im westfälischen Städtchen Rinteln. |
| 1891-1895 | Elberskirchen geht zum Studium der Medizin und Philosophie in die Schweiz. |
| 1896 | Erste Texte von Elberskirchen erscheinen (teilweise unter dem männlichen Pseudonym Hans Carolan), darunter ‚Die Prostitution des Mannes’ (1896), ‚Socialdemocratie und sexuelle Anarchie’ (1897) und ‚Das Weib, die Klerikalen und die Christlichsocialen’ (1898). |
| 1897 | Sie wechselt an die Universität Bern, um dort Jura zu studieren. Im selben Jahr gründet der Sexualwissenschaftler Magnus Hirschfeld in Berlin das Wissenschaftlich-Humanitäre Komitee. |
| 1901 | Mit ihrer Lebensgefährtin Anna Eysoldt zieht Elberskirchen zurück ins Rheinland. |
| 1903 | Elberskirchen beginnt, zu sexualwissenschaftlichen Themen zu veröffentlichen. Zunächst erscheint ‚Die Sexualempfindung bei Weib und Mann’, 1904 folgt ihr Buch ‚Die Liebe des dritten Geschlechts’, in dem sie sich gegen die vorherrschende Betrachtung von Homosexualität als ‚Krankheit’ und ‚Entartung’ wendet. |
| 1905 | Elberskirchen wird Herausgeberin der Zeitschrift ,Kinderheil : Zeitschrift zur leiblichen und geistigen Gesundung und Gesunderhaltung der Kinder'. Zum Teil gemeinsam mit Anna Eysoldt publiziert sie weitere Texte zu gesundheitlichen Themen. |
| 1909 | Elberskirchen wird Vorstandsmitglied im ‚Deutschen Verband für Frauenstimmrecht'. |
| 1913 | Elberskirchens Lebensgefährtin Anna Eysoldt stirbt. |
| 1914 | Elberskirchen wird Mitglied im Wissenschaftlich-Humanitären Komitee. Ab 1915 lebt sie in Berlin, wo sie in der Säuglingsfürsorge arbeitet. |
| 1920 | Gemeinsam mit ihrer neuen Lebensgefährtin Hilde Moniac kauft und bezieht Johanna Elberskirchen ein Haus in Berlin-Rüdersdorf, wo sie eine homöopathische Praxis eröffnet. |
| 1928-1930 | Elberskirchen referiert auf den internationalen Kongressen der ‚Weltliga für Sexualreform' in Kopenhagen, London und Wien. |
| 1933 | Nach der Machtergreifung fällt Johanna Elberskirchen unter das Berufsverbot für weibliche Mediziner und darf nur noch eingeschränkt praktizieren. |
| 1938 | Das Buch ‚Die Liebe des dritten Geschlechts : Homosexualität, eine bisexuelle Varietät ; keine Entartung – keine Schuld’ wird auf die ‚Liste des schädlichen und unerwünschten Schrifttums’ gesetzt. |
| 17.5.1943 | Johanna Elberskirchen stirbt in Berlin-Rüdersdorf. |